AKW Grohnde geht schon am 19.6. ans Netz

EON informiert, dass das AKW Grohnde nicht erst am Freitag dem 20.6.2014 ab 6 Uhr an Netz gehen soll,
sondern schon einen Tag eher. Also am Donnerstag dem 19.6. ab 1.30 Uhr.

EON nimmt den 30 Jahre alten schrottreifen Reaktor in Betrieb, ohne dass alles Fragen und Probleme aufgeklärt wurden. Die Drossel-Problematik hat nunmehr europaweit die AKW Betreiber wach gerüttelt. So z.B. auch in Tschechien. Recherchen zeigen, dass diese Bauteile strukturell mangelhaft sind und das ist schon seit Jahren bekannt. Aber das stört natürlich die Betreiber nicht, denn das ist eine unschöne Sache, die unnötig Probleme macht.

Zu den Schäden an den Druckfedern der Drosselkürper erklärt Jochen Stay:

Ein AKW, bei dem im Reaktorkern, direkt bei den Brennelementen, jederzeit Bauteile abbrechen können, darf nicht wieder ans Netz gehen. Genau dies aber ist im AKW Grohnde – und vermutlich nicht nur dort – der Fall! Vom für die Druckfedern der Drosselkörper verwendeten Werkstoff Inconel X 750 ist seit mehr als drei Jahrzehnten bekannt, dass er besonders leicht bricht.

Seit Jahren gehen an den Drosselkörpern des AKW Grohnde immer neue Druckfedern kaputt. Anders als von EON behauptet, stellt das durchaus ein potenzielles Risiko dar: Die Bruchstücke der Federn könnten Steuerstäbe blockieren und die thermohydraulischen Verhältnisse im Reaktorkern verändern. Bevor die sicherheitstechnischen Auswirkungen solcher Szenarien nicht eindeutig geklärt sind und der Bruch weiterer Druckfedern ausgeschlossen ist, darf der Reaktor nicht wieder angefahren werden. Auch wenn es EON gerne anders hätte! Sicherheit geht vor Profit.

Hintergrundinformationen zu den defekten Drosselkörpern vom AKW Grohnde finden sich bei ausgestrahlt.

Die Druckfedern der Drosselkörper am AKW Grohnde sind aus dem Werkstoff „Inconel X 750“ gefertigt. An dessen Eignung für den Einsatz in Atomkraftwerken gibt es seit mehr als 35 Jahren begründete Zweifel:
Schon 1978 traten erste Risse an Bauteilen im Reaktorkern auf.
1990 räumte selbst die schwarz-gelbe Bundesregierung systematische Schäden an Konstruktionselementen aus dem Werkstoff „Inconel X 750“ ein, darunter auch Schäden an Federelementen.
Unter anderem traten 1983 im AKW Grafenrheinfeld, 1987 im AKW Grohnde, 1988 im AKW Brokdorf und 1989 im AKW Philippsburg Risse an Brennelement-Zentrierstiften aus „Inconel X 750“ auf, außerdem 1985 an aus demselben Werkstoff gefertigten Schrauben im AKW Gundremmingen. „Inconel X 750“ konstatierte die Regierung 1990, sei unter anderem bei Kontakt mit Wasser aus dem Kühlkreislauf von Atomkraftwerken besonders anfällig gegen interkristalline Spannungsrisskorrosion. Die meisten Bauteile, bei denen derartige Risse aufgetreten waren, mussten durch solche aus einem anderen Werkstoff ersetzt werden.

Der Spiegel schrieb dazu bereits 1988:

Immerhin musste Töpfer erstmals öffentlich eingestehen, dass der Stoff, aus dem die Stifte sind, nicht viel taugt und zum Dauerproblem für die Atomindustrie geworden ist.

Man bedenke, dass Klaus Töpfer damals der Bundesumweltminister war!

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