Polizeigroßaufgebot wegen Generatoranlieferung

EON hat Probleme mit seinem Atomkraftwerk Grohnde. Im Rahmen der regelmäßigen Revision wurde unter anderem der Totalschaden des Generators festgestellt. Dieser soll aufwändig und Millionen teuer ausgetauscht werden. Die Anlieferung wurde von der Bevölkerung kritisiert und ist in den medialen Fokus gerückt. So wurde festgestellt, dass der Generator für das Atomkraftwerk nicht neu und stark verrostet ist. Die Forderung zur Stilllegung wurde verstärkt, seit im nuklearen Teil des Reaktors ein Fremdkörper gefunden wurde.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist ein Polizeigroßaufgebot zwischen Hameln und dem Atomkraftwerk bei Emmerthal entlang der Weser im Einsatz. Es trifft in Hameln im Minutentakt immer mehr Polizei ein.

Die Polizei scheint mit der Lage überfordert, so dass das zivile THW vor Ort zum ausleuchten ist.
„Es ergeben sich für mich viele Fragen. Darf das THW für privatwirtschaftliche Interessen eingesetzt werden? Ist die Polizei überfordert, dass sie nicht mal mehr Einheiten zum Ausleuchten aufbieten kann? Warum muss das eigentliche die Polizei machen? Das sind ureigene Aufgaben von EON? Dieser Einsatz bedeutet wieder einmal mehr Steuergeld für die Fortsetzung des atomaren Wahnsinns.“ so Andreas Rohrmann kritisch zu dem überzogenen Sicherheitsinteresse der rot-grünen Landesregierung in Hannover für die Anlieferung eines konventionellen Generators.

„Demnächst dürfen die Bürger bei Hochzeiten oder bei Transporten vom Baumarkt in den heimischen Garten Polizei und THW anfordern – das ist aber nett im Bundesland Niedersachsen.“ schmunzelt ein Atomkraftgegner vor Ort.

An der Anlegestelle in Grohnde und auf der Weser Brücke bei Emmerthal werden konsequent Platzverweise verteilt, die bis Sonntag früh um 8 Uhr zeitlich begrenzt sind.

Der Frachter mit dem Ersatz-Generator für das AKW Grohnde wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit noch in der Nacht von Hameln zum Atomkraftwerk fahren. Das zweite Schiff „Calbe“ ist an Vlotho vorbei mit direktem Kurs auf Hameln. Ob die beiden Frachter ab Hameln Kolonne fahren, ist ungewiss. Denn mit der bisherigen Geschwindigkeit des zweiten Schiffs braucht es schätzungsweise noch bis es hell wird. Damit würden die Platzverweise bis 8 Uhr nicht ausreichend sein.

„Wir haben nur eine deutliche Forderung: sofortige Stilllegung des AKW Grohnde!“ bekräftigt Andreas Rohrmann von dem Anti-Atom-Bündnis Ostwestfalen-Lippe (NRW) die Forderungen und Kritik der Bürger und regionalen Politiker.

WIR FORDERN KONKRET

  • eine umfassende, öffentliche Aufklärung des Generator-Defektes
  • eine umfassende, öffentliche Aufklärung des gefundenen Fremdkörper-Fundes im nuklearen Kraftwerkteils
  • eine komplette Sicherheitsüberprüfung des AKW, bei dem auch jene Prüfpunkte und offenen Anforderungen abgearbeitet werden, die in den vergangenen Jahren der Routine zum Opfer gefallen sind
  • den Nachweis, dass der Generator ohne Sicherheitsprobleme in der alten Anlage betrieben werden könnte
  • eine komplette Prüfung und die Offenlegung aller Nachweise, dass der schnell von EON beschaffte nach technischem Schrott anmutende Ersatzgenerator zu 100% technisch einwandfrei und für den Dauerlastbetrieb im Atomkraftwerk Grohnde ausgelegt ist
  • es muss geprüft werden, ob durch die baulichen Veränderungen neue Genehmigungsverfahren eingeleitet werden müssen, die ggf. auch unter Beteiligung der Öffentlichkeit durchzuführen sind
  • maximale Rücksicht auf Mensch, Natur und Umwelt bei allem Handeln
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