8. März Fukushima-Demo in Jülich

AtomkraftgegnerInnen fordern sofortigen Atomausstieg

Am jetzigen Samstag, 8. März, findet in Jülich eine landesweite Anti-Atom-Demonstration zum dritten Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima statt. Mit der Demo setzen die Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen in der Region Fukushima. Der Aktionstag beginnt um 11.40 Uhr mit einem Fahrradkorso rund um das Forschungszentrum Jülich ab dem Haltepunkt „Forschungszentrum“ an der Rurtalbahn.

Um 13 Uhr gibt es auf dem Jülicher Walramplatz eine Kundgebung, wo Tomoyuki Takada über die Situation aus Japan berichtet. Es folgt ein Demonstrationszug durch die Innenstadt und eine Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz. Hauptredner der Abschlusskundgebung ist Dr. Rainer Moormann, ehemaliger Mitarbeiter des Forschungszentrums Jülich.

Zu der Demonstration rufen mittlerweile rund 34 Initiativen, Verbände und Parteien sowie mehr als 130 Einzelpersonen auf. Sonderbusse sind aus Ostwestfalen, Mönchengladbach und dem Münsterland angekündigt. Erwartet werden auch AtomkraftgegnerInnen aus dem benachbarten Belgien sowie den Niederlanden. Der Demo-Aufruf und weitere Infos finden sich auf: www.westcastor.de.

Unbewältigte Altlasten – versandeter Atomausstieg in NRW
Die Demo findet in Jülich statt, weil es im Forschungszentrum gefährliche, unbewältigte atomare Altlasten gibt und direkt nebenan ungerührt an der Zukunft der Atomenergie gearbeitet wird. „Jahrelang wurden der hoch verstrahlte AVR-Reaktorbehälter sowie die 152 Castoren mit den 300 000 hochradioaktiven Brennelementkugeln aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt. Die Anti-Atomkraft-Initiativen lehnen sowohl die hochbrisante Verlagerung des Reaktorbehälters sowie den möglichen Abtransport der 152 Castoren als unverantwortlich ab. Bundes- und Landesregierung sowie das Forschungszentrum Jülich müssen endlich ein tragfähiges Zwischenlagerungskonzept vor Ort vorlegen“, so Siegfried Faust vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ aus Jülich.

Zudem fordern die Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände von der Bundes- und Landesregierung die sofortige Stilllegung der Atomfirma ETC in Jülich, die für den Urananreicherer Urenco und den französischen Atomkonzern Areva die auch militärisch äußerst brisanten Zentrifugen zur Urananreicherung erforscht, entwickelt und produziert.

„Wir kritisieren sowohl Bundes- und Landesregierung dafür, dass in Jülich wie auch in der Urenco-Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau mitten in NRW weiterhin an der weltweiten Zukunft der Atomenergie gearbeitet wird. Von Gronau aus wird jedes 10. AKW weltweit beliefert, für den Weiterbetrieb der Atomanlage soll dort noch in diesem Jahr ein neues Zwischenlager eingeweiht werden. Das ist kein Atomausstieg! Landes- und Bundesregierung müssen bei Atomausstieg und Energiewende endlich liefern“, so Kerstin Ciesla, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND
NRW.

Die Initiativen fordern zudem explizit die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen in NRW, des belgischen AKW Tihange, des niederländischen AKW Borssele und des klimafeindlichen Braunkohleabbaus.

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