Über 20.000 Menschen gegen AKW Grohnde!

Am 9. März gingen bundesweit rund 30.000 Bürger für den Atomausstieg auf die Straße aus Anlaß des Fukushima Jahrestages und trotz widriger Witterung. Über 20.000 Menschen haben sich an der Katastrophen-Simulation rund um das AKW Grohnde beteiligt. Es war eine der größten Demonstrationen gegen das Kraftwerk überhaupt. Es war die größe Aktion einer von Bürgern organisierten Katstrophenschutzübung weltweit.In der französischen Hauptstadt Paris fand ebenso eine Menschenkette statt, dort waren es auch rund 20.000 Teilnehmer.

An weit mehr als 200 Punkten entlang der 360 km langen Strecke rund um ein angenommenes Evakuierungsgebiet fanden Flüchtlingstrecks statt, standen Dekontaminierungsstationen, beteiligten sich Landwirte und Kirchengemeinden an der Aktion. Bereits morgens um 9 Uhr waren Fahrzeugkonvois aus Hameln, Bad Pyrmont, Blomberg und anderen Orten zur Evakuierung aufgebrochen. In größeren Städten wie Detmold, Hildesheim, Hannover konnten geschlossene Menschenketten organisiert werden.

Zum Abschluß finden um 14.00 Uhr Kundgebungen in Hannover, Hildesheim, Göttingen, Detmold, Minden und Stadthagen statt.

In NRW waren es weit über 5.000 Teilnehmer. Detmold war mit über 1.200 Menschen und einer 2 km langen Menschenkette quer durch die Innenstadt die größe NRW Veranstaltung der Aktions- und Menschenkette.
Ebenso in NRW demonstrierten vor der Urananreicherungsanlage Gronau 1.200 Leute für die sofortige Stilllegung der Uranfabrik mit der Forderung, dass die Atomwirtschaft in Deutschland ohne Ausnahme beendet werden muss. Auch das Ende des Exports von Uranbrennstoff aus Gronau (Urananreicherung) und Lingen (Brennelementefertigung) sowie der Verzicht auf die militärische Option atomwaffenfähiges Uran anreichern zu können, gehören glasklar zum Atomausstieg dazu.

„Mit diesen Aktion haben wir für das wichtige und entscheidene Jahr 2013 ein wichtiges Signal gesetzt. Auch für die Bundestagswahl und die Landesregierungen mit grüner Beteiliung. Nun kann niemand sagen, das Thema Atomenergie sei erledigt. Große Katastrophen sind möglich, das hat Fukushima zuletzt deutlich gezeigt. Der Schutz vor einer solchen Katastrophe ist nicht möglich. Das muss endlich Konsequenzen haben“, stellen die Organisatoren klar heraus.
„Natürlich lassen die toll organisierten Flüchtlingstrecks, Sammelstellen und Dekontaminationsstationen, wie in Blomberg oder Hameln, nur erahnen, wie es wäre, wenn die Katastro­phe wirklich eintritt. Es ist nun die Aufgabe der Politik und Verantwortlichen für den Betrieb der AKW, solche regelmäßigen Übungen in einem realistischen Umkreis von bis zu 170 KM unter Einbeziehung der Bevöl­kerung durchzuführen.“

Bereits am vergangenen Montag hatten Atomkraftgegner – auch aus NRW – dem neuen Niedersächsischen Umweltminister Wenzel 30 klare Forderungen zur Abarbeitung übergeben. Dazu gehört u.a. das Verbot des geplanten Einsatz von Plutonium-MOX-Brennelementen im AKW Grohnde und eine Überprüfung der Reaktorsicherheit, insbesondere des Reaktordruckbehälter, nach Stand von Sicherheit und Technik.

„Am 19. März 1977 demonstrierten erstmals rund 15.000 Menschen gegen den damals noch im Bau befindlichen Reaktor. Am Ostermontag 2011 kamen unter dem unmittelbaren Eindruck von Fukushima 20.000 Menschen vor dem AKW Grohnde zusammen. Jetzt zum 2. Fukushima Jahrestag konnten wir uns wieder über 20.000 Menschen in einem Radius von 40 km rund um Grohnde freuen – das AKW Grohnde und der mangelhafte Katastrophenschutz ist mehr denn je im Gespräch.“ freut sich die Demo-Leitung.


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