Große Katastrophenschutzübung von Bürgern organisiert

Fukushima? Da war doch was…

Vor zwei Jahren explodierten in Japan drei Atomreaktoren und noch heute ist der schlimmste SUPER-GAU seit Menschengedenken bittere Realität: Hunderttausende Menschen sind noch immer evakuiert, ganze Regionen radioaktiv verstrahlt und Sperrgebiet, Lebensmittel belastet.

Was wäre, wenn bei uns ein ähnlicher Unfall passiert? Das Risiko ist da. Neun Atomkraftwerke sind noch am Netz, eines davon ist das Atomkraftwerk Grohnde, welches keine 30 km von Lippe entfernt bei Hameln in Niedersachsen liegt. Das AKW läuft noch bis 2022. Keines der Atomkraftwerk ist sicher, wie die Stresstests in Deutschland und für Europa belegen.

Beispielsweise ist der Stahl, der vor 30 Jahren für das AKW verbaut wurde, rissanfällig und war schon damals technisch überholt. Das Kraftwerk entspricht schon lange nicht mehr den behördlich bekannten Erfordernissen und würden kein neues Genehmigungsverfahren bestehen.

Doch statt, dass die Bundesregierung die Energiewende vorantreibt und den Atomausstieg mit erneuerbaren Energien absichert, treiben Ausnahmen, Zugeständnisse und Fehlentscheidungen die Strompreise in die Höhe. Unnötige Konzeptlosigkeit und Streit zwischen den Parteien verunsichern die Bürger und Investoren der Energiewende.

Am 9. März sind große Teile von Ostwestfalen Lippe fiktives Sperrgebiet!

Die mit rund 35 regionalen Gruppen organisierte „Regionalkonferenz Grohnde-Abschalten“ simuliert ab Dienstag dem 5. März eine Störung auf dem Gelände des Atomkraftwerks Grohnde bei Hameln (Niedersachsen). Am 8. März wird sich das Szenario zu einem massiven Zwischenfall ausweiten, bei dem es zu erheblichen Austritt von Radioaktivität durch eine Explosion im Reaktor kommt. Als Konsequenz muss ein Sperrgebiet im 40 bis 60 km Radius, ausgehend vom AKW, eingerichtet werden. Die Menschen müssen aus dem bundesländerübergreifenden Sperrgebiet schnellst möglich evakuiert werden. Das gleicht dem ungefähren Verlauf der Fukushima-Katastrophe 2011.

In 3 bis 6 Stunden ist die Wolke mit radioaktivem Fallout in OWL!
Das zeigt, dass nicht viel Zeit verbleibt, aktiv zu werden, wenn Menschenleben gerettet werden sollen. Die aktuellen Planungen der Behörden berücksichtigen dies derzeit so nicht.

„Die Grenze zum Sperrgebiet wird mit zahlreichen bunten Aktionen und örtlichen Menschenketten sichtbar gemacht. Mit der Großveranstaltung wollen wir an das Atomunglück von Fukushima erinnern und den Opfern gedenken.
Das ist die größte von Bürgern initiiert und organisiert Katastrophenschutzübung, die es jemals gegeben hat. Es ist schon nach zwei Jahren in Vergessenheit geraten, dass noch immer weiträumig Land, Wasser, Tiere und Menschen verstrahlt sind. Die Atom-Katastrophe in Japan ist ebenso nicht überwunden, wie Tschernobyl, wo die Katastrophe nunmehr über 3 Generationen andauert. Das Leid der Menschen ist größer denn je.“ so die Organisatoren des Aktionstags. „Das Restrisiko ist allgegenwärtig. Eine Atom-Katastrophe ist im AKW Grohnde jeden Tag möglich! Das dürfen wir nicht ignorieren. Das wollen wir am 9. März für die Bürgern, den Politikern und den Verantwortlichen in den Behörden und Atomkonzernen vor Augen führen. Die einzig sichere Lösung ist das sofortige abschalten aller Atomanlagen und er sofortige Einstieg in die Energiewende!“

Es zeichnet sich eine breite bürgerliche Beteiligung ab. Von Einzelpersonen, großen und kleinen Organisationen, Parteien, Kirchen, Schulen, Kindergärten über Ärzte, Handwerke, Handel, wird alles am Aktionstag auf den Beinen sein.

Als Abschluss der Aktion ist in Detmold vor dem Landestheater (Rosentalstr.) eine für NRW zentrale Abschlusskundgebung geplant. Es gibt die Kulinarisches aus der international bekannten Volksküche „Wam Kat“ sowie Anti-Atom-Waffeln aus der „Küchenhexe“. Hochkarätige Musik und prominente Gäste, wie Jochen Stay (bundesweite Kampagnen Organisation ausgestrahlt), C. Chwallek (Vorstand NABU NRW), Dr. Angelika Claußen (Ärzte gegen Atomgefahren, IPPNW), Japanische „Taiko“ Trommel oder die „mobile Einsatzkapelle“ aus Bochum, werden die Botschaft des Aktionstags abrunden. Ausgewiesene Parkfläche ist der Krohnenplatz.

„Schon vor dem 9. März wird der Aktionstag sichtbar sein, wenn mit Infoständen, Plakaten und Flyern informiert und für die Aktion geworben wird. Die Polizei sichert durch tatkräftige Unterstützung die Aktionen ab und wir bitten den Anweisungen der Polizei Folge zu leisten. Wir bitten um Verständnis, wenn es im Zuge der Aktionen und Menschenketten kurzweiligen Störungen im Straßenverkehr kommen kann. Wir laden jeden herzlich ein, sich kreativ zu beteiligen. Uns Bürgern muss klar sein, auch im Ernstfall wird es zu chaotischen Zuständen bei einer Evakuierung kommen – denn die Menschen werden für lange Zeit, oder für immer ihr Zuhause verlassen müssen.“ lasst Andreas Rohrmann abschließend durchblicken.

Aktionen sind konkret an den folgenden Orten in OWL geplant:

  • Bad Salzuflen
    Am Schliepsteinertor – IPPNW-Regionalgruppe Bielefeld macht eine Dekontaminationsstation
  • Bad Salzuflen
    Sylbacher Straße – Infostand + Trommelgruppe „Sing and Groove“
  • Strecke zwischen Bad Salzulfen und Lage
    gibt es einzelne Streckenpunkte mit
    – Knebelchöre
    – mobile Suppenküche
    – Liedermacher
    – VCD-Info-Stand zum öffentlichen Nahverkehr mit erneuerbaren Energien
  • Lage
    – Bühne am Bahnhof (Sedanplatz) mit Musik und Notfallsimulation
    – Menschenkettenverlauf vom Bahnhof über Rhienstr. zur Hindenburgstr./ Ecke Bergstr.
    – Ecke Bergstr Sammelplatz + Infostand zum Katastrophenschutz
  • Lemgo
    Flucht aus dem Sperrgebiet am 9. März um 11.07 Uhr ab Bahnhof mit dem Zug nach Lage zur Sperrgebietsgrenze
  • Detmold
    – „Sperrgebiets-Checkpoint“ am Ellernkrug (Heiden/Pivitsheide)
    – Lagesche Straße / Ecke Klingenbergerstraße – BI gegen Atomenergie Kreis Warendorf kommt mit dem Bus mit dem Motto „Menschen auf der Flucht“ und Anti-Atom-Waffeln und musikalisch unterstütz mit einem Chor
    – Theaterplatz – Mahnwache mit Musik + Verpflegung aus der „Fläming Kitchen“ des international bekannten niederländischen Politaktivisten WAM KAT
    – Bruchberg/Ecke Ameide, Infostand/Menschenkette „Detmolder Alternative“
    – Bruchberg/Bruchstraße 31 – Aktion der evangelisch-methodistische Kirche Detmold
    – Entlang der Exterstraße + Krumme Str. – Menschenkette mit Infoständen, Flyerverteilung, Transparente + Plakate
    – Grabenstraße – Infostand, Verpflegung und Bildschirmpräsentation zu Fukushima
    – auf der Leopoldstraße (Exterstr./Hornsche Str. vor Bezirksregierung) – Großer Infostand zum mangelnden Katastrophenschutz in Lippe
  • Remmighausen
    Ecke Hornsche Straße/Hornoldendorfer Straße – Gedenk-Andacht, Menschen auf der Flucht mit Menschenkette Richtung Detmold und Start einer Fahrradstafette
  • Barntrup
    Treffen am Busbahnhof um 9 Uhr mit Demozug durch die Mittelstraße, Motto „Rette sich wer kann“ mit Szenen einer Evakuierung…
    Im Anschluss Evakuierung mit Fluch nach Blomberg zum lippischen Dekontaminationslager
  • Blomberg
    Dekontaminationslager am lippischen Sammelplatz „Blomberg“
    Treffen am Marktplatz um 10.00 UHR „Gedenken der Opfer von Fukushima“
    Ab 10.15 UHR Katastrophenschutzübung: „Rette sich, wer kann“ Szenische Darstellung mit Informationen zu einer möglichen Katastrophe im AKW Grohnde
    Um 10.15 UHR Eintreffen des Fluchtkonvoi der „Evakuierten“ aus Barntrup
    Ab 11.00 UHR Flucht mit Autokorso über die B1 aus dem Sperrgebiet nach Leopoldstal
  • Leopolstal
    Ist Endpunkt der Evakuierung aus Lippe (kommend vom Sammelpunkt Blomberg)
    Infostand, Reden und eine Menschenkette vom Bahnhof aus auf der rechten Spur Richtung Horn
  • Horn Bad-Meinberg
    Verkehrsinsel Poffhof/Nordstraße/Wiberger Straße
    Gruppe Buschmusik – vom Kreisel bildet sich eine Menschenkette auf der Nordstraße und der Leopoldstaler Straße bis Höhe Grüne Straße
  • Sandebeck (Streckenpunkt von Greenpeace)
    Treffen um 12:00 Uhr am „Vulkan“ mit dem Motto „Atomkraft – ein Tanz auf dem Vulkan“
    Dann Evakuierung ab Bahnhof mit dem den Zug nach Detmold zur Abschlusskundgebung
  • Altenbeken
    Vor der Kirche Andacht mit Redebeiträgen, mit Trommlern durch die Stadt zum Bahnhof, Infostand und Evakuierung mit Flucht per Bahn ab Bahnhof über Sandebeck und Horn Bad Meinberg nach Detmold zur Abschlusskundgebung
  • Bad Pyrmont / Lügde / Schieder
    Demo in Bad Pyrmont 9:30 Uhr, Evakuierungskonvoi über Lügde nach Schieder 10:15 Uhr, nach Steinheim 10:45 Uhr nach Altenbecken
  • Abschlusskundgebung / Demo für NRW
    Vor dem Landestheater viel Musik + viele Redebeiträge
    – Kampagnenorganisation ausgestrahlt mit Jochen Stay
    – NABU Vorsitzende NRW
    – IPPNW (Ärzte gegen Atomkrieg und Atomkraft)
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