Pressemeldung zur EEG-Umlage

Anti-Atom-OWL und das Detmolder Klimaforum wehrt sich gegen eine Panikmache im Zusammenhang mit der Erhöhung der Umlage für „Grünen“ Strom.

In einem 25-Minuten-Video wird das Problem und die Kritik sehr gut argumentiert und offen gelegt.
Strompreis-EEG-Umlage 2013- warum steigt der Strompreis?

Auch das ARD Magazin Monitor hat sich dieser Strompreisfrage kritisch angenommen.
Strompreiserhöhung – Umverteilung der Kosten von oben nach unten

Derzeit läuft von Seiten der Atomkonzerne und der Bundesregierung, vor allem der FDP, die schon immer gegen die Energiewende war, eine Medienkampagne gegen den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien.
Als Vorwand zum Schüren von „Aggressionen“ in der Bevölkerung dient die gezielte Erhöhung der EEG-Umlage.

Umweltverbände, Initiativen und Gruppen sprechen sich eindeutig für einen weiteren Ausbau erneuerbarer Energien aus. Eine „echte“ Energiewende ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Klimawandel und bieten viele großartige Chancen in einem neuen zukunftsweisenden Industriefeld Weltmarktführer zu sein. Damit werden nicht nur mehr Arbeitsplätze geschaffen, als durch den Atomausstieg wegfallen, sondern es ist eine Sicherung wichtiger qualifizierter Arbeitsplätze für die Zukunft.

Ziel muss es sein, schnellstmöglich auf Atom- und Kohlekraftwerke zu verzichten und die Stromerzeugung auf „saubere“ erneuerbare Energien umzustellen!

Wir stellen fest:

  1. Der Aufschlag zum 1.1.2013 bedeutet eine Preiserhöhung für Strom von ca. 2 € pro Person im Monat, was weniger ist als der Preis für ein Glas Bier, also nicht unbezahlbar. Es ist eine Investition in den Zukunft.
    Ohne die ungerechtfertigte Befreiung vieler Großverbraucher wäre der Preis für Haushalte deutlich niedriger.
  2. Die heutige Generation handelt unverantwortlich, indem sie Kohle und Atom nutzt, um scheinbar billig Strom zu erzeugen. Die Folgekosten werden auf unsere Kinder abgewälzt. Viele Kosten, die mit der Erzeugung von Strom durch Kohle und Atom im Zusammenhang stehen, sind heute nicht in den Verkaufspreis eingepreist, sie werden fast vollständig durch den Staat getragen. Diese Vergleiche von Kosten sind unfair.
    Es ist richtig und gerecht wenn wir alle heute den Umstieg auf erneuerbare Energien bezahlen. Es ist eine Zukunftsinvestition, die absichert, dass die Preise künftig eben nicht jedes Jahr aufs neue steigen. In wenigen Jahren schon wird der Ökostrom billiger sein als Strom aus fossilen Quellen. Die Energiekonzerne rechnen jedes Jahr mit neuen Preissteigerungen, die durch die Beschaffungskosten der fossilen Energiebrennstoffe entstehen.
  3. Die Förderung von erneuerbaren Energien erfolgt über den Strompreis, die Subventionierung von Atom und Kohle über Steuern aus der großen Staatskasse. Zudem tragen die Risiken bei Problemen, wie z.B. einem SuperGAU die Bürger und der Staat. Es gibt keine im Ansatz ausreichende Versicherungspflicht für Atomkraftwerke. Würde man die Kohlesubventionen, Versicherungskosten für mögliche Haftungsschäden und die Atommülllagerung sowie die Sanierungen z. B. des Salzstocks Asse auf den Strompreis umlegen, dann wäre „fossile“ Strom in der Tat schon jetzt unbezahlbar.
  4. Der Strompreis an der Strombörse ist in den letzten 2 Jahren um mehr als 1 ct pro kWh gesunken. Nur der Verbraucher merkt davon nichts. Vielmehr verdienen die Konzerne doppelt. Durch den billigen Strom, verkauft zum hohen Preis und durch die Förderungen/Subventionen.
  5. Der Strompreis für Verbraucher ist in den letzten 10 Jahren um ca. 10 ct pro kWh gestiegen. Davon macht die EEG-Umlage ab 2013 weniger als die Hälfte aus. Die Konzerne haben aber Milliardengewinne gemacht. Diese werden interessanter Weise nicht gegengerechnet. Die aktuelle Diskussion ist allein deshalb unfair und verlogen.
  6. Der Anteil der erneuerbaren Energien ist in den letzten Jahren auf 25 % der Stromerzeugung gestiegen. Hierdurch kommt es zu Überkapazitäten bei Kohlekraftwerken der großen Stromkonzerne.
  7. Erneuerbare Energien werden zu mehr als 90 % dezentral von Privatpersonen, Genossenschaften oder Stadtwerken betrieben. Damit verlieren die vier großen Stromkonzerne Marktanteile. Dies ist der wesentliche Grund für die aktuelle Medienkampagne.
  8. Trotz der Abschaltung zahlreicher Atomkraftwerke im Jahre 2011 exportiert Deutschland Strommengen in das EU-Ausland, wie Frankreich. Deutscher Strom mit einem sehr großen „Grünen“ Anteil ist nunmehr weit billiger, als der überwiegende Atomstrom in Frankreich. Durch den Export und der großen Nachfrage, vor allem aus Frankreich, ist der an sich günstige deutsche „Grünen“ Strom an der Börse wieder leicht gestiegen (Nachfrage bestimmt den Marktpreis).

Anti-Atom-OWL, das Detmolder Klimaforum und die Umweltverbände fordern daher konsequent am bisherigen Kurs des Umstiegs auf erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplung festzuhalten.
Eine „echte“ Energiewende ist ökologisch und ökonomisch der richtige Weg für unser Land.

Weitere Informationen mit einem Faktencheck „Schauermärchen zur Energiewende“ gibt es bei der Kampagnen Organisation .ausgestrahlt.

Mit folgenden Links kann man den Protest gegen die aktuelle Diskussion und die „neuen“ Bestrebungen der vier großen Energiekonzerne unterstützen:

  • CAMPACT
    Die Energiewende nicht kentern lassen!
    Union und FDP wollen die steigenden Strompreise nutzen, um die Energiewende auszubremsen. Dabei sind sie selbst für einen zentralen Preistreiber verantwortlich: Immer mehr Unternehmen werden von der EEG-Umlage befreit. Damit muss Schluss sein!

    Unterzeichnen Sie unseren Appell!

  • BUND
    Machen Sie Ihren Job, Herr Altmaier!
    Energiewende ist kein Mode-Slogan, den man sich wie einen Anstecker ans Revers heftet, wenn Reaktor­unfälle uns die Gefährlichkeit von Atomkraftwerken in Erinnerung rufen – und den man bei nächster Gelegenheit wieder abnimmt. Es ist an der Zeit, dass sich Umweltminister Altmaier endlich gegen Wirt­schaftsminister Rösler durchsetzt.

    Unterzeichnen Sie jetzt unseren Aufruf!

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