Kino: DAS DING AM DEICH, der Widerstand geht weiter

Am 9. September wird es in Hameln (beim AKW Grohnde) im Kino eine besondere Vorstellung des neuen Films „Das Ding am Deich“ geben. Der Film beschreibt den Widerstand und Protest zum AKW Brokdorf, aber dies steht stellvertretend für den Protest an jedem AKW in der Zeit. Also auch für Grohnde. Auch beim AKW Grohnde gab es massive Proteste, die Einwände und Meinungen der Bürger wurden niedergeprügelt und so sind die Proteste durch Gewalt und Gegengewalt eskaliert.



Anfang der 1970er Jahre versetzten die Pläne zum Bau eines Atomkraftwerks die Bewohner der kleinen Elbgemeinde Brokdorf in Aufruhr. Es folgten große Proteste, die den Ort spalteten und die Republik 13 Jahre lang in Atem hielten. 1986, kurz nach dem Super-GAU von Tschernobyl, ging das AKW ans Netz. Es wurde ruhig in der Marsch, und nur noch wenige Dorfbewohner hielten an ihrem Widerspruch fest.

Mit Neugier auf diese Menschen und ihren Alltag mit einem AKW vor der Haustür macht sich der Film auf in den abgelegenen Landstrich. Ein Jahr lang umkreist er das „Ding“ und taucht mit den Erinnerungen der widerständigen Anwohner und altem Filmmaterial ein in eine bewegende Vergangenheit.

Doch dann wird die Geschichte von der Gegenwart auf eine Weise eingeholt, die niemand erwartet hätte: Zuerst beschließt die Bundesregierung längere Laufzeiten für alle AKW, und nur wenig später bebt in Japan die Erde. 2011 war ein bewegendes Jahr mit vielen guten Vorsätzen, nach dem sich viele vom Fukushima-Schock erholt hatten. Die Energiewirtschaft mit dem Fokus auf die Kernkraft lag am Boden.

Die Regisseurin begleitet die engagierten, liebenswerten Protagonisten in ihren Erinnerungen und aktuellen Protestaktionen. Damit zeichnet sie sensibel und hoch emotional ein Stück Lebensweg, der durch den beharrlichen Kampf um Demokratie und Mitbestimmung geprägt ist.

Die kontinuierliche Dokumentation über diesen langen Zeitraum sowie die Fülle an Archivmaterial und Zeitzeugengesprächen machen den Film zu einem in dieser Art einmaligem Zeitzeugendokument der jüngeren deutschen Geschichte.

Der Film ist ein gutes Resümee und passt in den heutigen Protest unter dem Vorzeichen einer angeblichen Energiewende mit Atomausstieg. In den wenigen Monaten nach der verkündeten Energiewende kann man nun erkennen, dass diese Energiewende immer mehr verwässert wird. Die Regierung, wie auch die „monopolisch“ organisierte Energiewirtschaft, wollen eigentlich keine Energiewende, und so werden die guten Vorsätze schnell zerrieben. Es geht leider nicht um die Ideelle und innovative Lösung für eine Energiewende. Es geht um kurzfristiges Denken und dem Profit. Doch die Zukunft zeigt, es wird zur Energieverknappung kommen, da unsere Ressourcen aufgezehrt sind. Damit wäre eine „echte“ Energiewende ein globaler Fortschritt und Deutschland könnte der Weltmarktführer sein. Doch diese Chance wird derzeit verspielt.
Neben der zerredeten Energiewende sägen diese Energiekonzerne ebenso die „alte Atomlobby“ an dem Stuhl vom Atomausstieg. Es wird sich zeigen, wie ernsthaft die Deutschen den Atomausstieg angehen und umsetzen.

In jedem Fall ist der Film ein muss und das nicht nur für die Aktivisten und Protestler, sondern für jeden, der in der Nähe eines Kernkraftwerks lebt. Es lohnt sich mit den „laufenden Bildern“ zu erleben, wie stark einmal der Protest in Deutschland war, der den Bau eine erhebliche Menge an geplanten Atommeilern verhindert hat, wie auch eine eigentlich geplante Wiederaufbereitungsanlage.

Mehr Infos zu dem Film auf der Homepage: www.dingamdeich.de

Der Spiegel schreibt in einem Artikel dazu „Anti-AKW-Doku – Das Ding am Deich, Wo der Wutbürger auf die Welt kam

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