Heute vor 45 Jahren am 1. Dezember 1966

Deutschlands erstes Groß-AKW, der Block A in Gundremmingen

Heute am 01.12.2011 vor 45 Jahren wurde Deutschlands erstes Groß-AKW mit dem Stromnetz synchronisiert und so begann der Regelbetrieb und die große Atommüllerzeugung. Es war der Beginn eines doppelten Glückspiels mit fatalem Ausgang.

Block A war gefährlich schlecht konstruiert

Auch damals nahmen es die Eigentümer RWE und Bayernwerke (heute (EON) mit der Sicherheit nicht so genau. Sogar der TÜV wie auch die Reaktorsicherheitskommission (RSK) hatten darauf hingewiesen, dass bei einem Bruch der Wasserleitung des Hauptkreislaufes es in weniger als einer Minute zu einer Sprengung der Brennstoffhüllen und zu einer Freisetzung des tödlichen radioaktiven Inventars innerhalb von weniger als einer Stunde käme. So schreibt es der hoch angesehene Historiker Joachim Radkau in seinem Standardwerk „Aufstieg und Krise der deutschen Atomwirtschaft“ auf Seite 370f.

Eigentlich hatte dann Süddeutschland sogar Glück, dass der erst rund 10 Jahre später am 13.1.1977 erfolgende Unfall mit Totalschaden nicht zu einer katastrophalen sondern „kontrollierten“ Freisetzung von Radioaktivität führte.

In seiner zehnjährigen Betriebszeit hat der Gundremminger Block A viel Radioaktivität über seinen Kamin abgelassen. Weitere Strahlung wurde über den Abwasserkanal in die Donau und dort zuerst in den Faiminger Stausee bei Lauingen geleitet. Es ist heute nicht mehr nachvollziehbar, wie viel Menschen deswegen an Krebs erkrankt sind.

Kein Kilo entsorgt

Katastrophal fehlgeschlagen ist das das Glückspiel mit dem Atommüll. Von den etwa 125.000 Kilogramm hochradioaktiven Atommülls, die im Block A erzeugt wurden, ist bis heute kein Kilo entsorgt. Alles nur zwischengelagert. Hinzu kommt eine unbekannte Menge an schwach- und mittelradioaktivem Müll. Einiges hiervon wurde in das Versuchsendlager Asse zum Nulltarif verbracht.

Man stelle sich vor: Die anteilig auf diesen Gundremminger Block A Atommüll entfallenden Kosten zur Bergung aus dem Versuchsendlager Asse sind höher als die Baukosten des AKW Gundremmingen Block A.
Und mit der Bergung ist der Atommüll nicht entsorgt. Infolge dubioser Verträge tragen diese Kosten nicht die AKW-Betreiber sondern alleine die Steuerzahler.

Entsorgung nicht absehbar

Auch wenn große Teile der Bevölkerung Deutschlands der Bundesregierung gerne glauben wollen, dass jetzt endlich ernsthaft die Atommüllentsorgung versucht würde, zeichnet sich dennoch ab, dass weiter getrickst wird. Es wird, wie in diesen Tagen erneut deutlich wurde, nur zum Schein über eine Suche nach einem bestmöglichen Endlagerort in Deutschland gesprochen. Weder gibt es einen ernstzunehmenden Plan für diese Suche, noch wird Geld hierfür bereit gestellt. Die Bundesregierung lässt hingegen im Dreischichtbetrieb weiter das Bergwerk in Gorleben ausbauen, hat den höchst verdächtigen Dr. Thomauske mit Gutachten betraut und fährt so die Endlagersuche erneut in den Graben. Denn in einigen Jahren, spätestens bei Gerichtsverfahren, werden unabhängige Sachverständige nachweisen, dass der Salzstock in Gorleben wegen mangelnder Dichtschichten zum Grundwasser und wegen großer Erdgaseinschlüsse nicht geeignet ist. Und dann wird man in fünf oder zehn oder zwanzig oder mehr Jahren wieder von vorne mit der Suche anfangen. Und so lange bedrohen uns und unsere Nachkommen in unerträglicher Weise die billig und schlecht gebauten oberirdischen Zwischenlager.

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