Alternative Energiegenossenschaft im Kreis Herford

Es ist vollbracht! In Herford können sich die Bürger bald direkt selbst an der Energieversorgung beteiligen. Nicht nur finanziell, auch als Mitglied einer Genossenschaft.

Es gab viele Gespräche, Ideen und Konkrete Maßnahmen, wie in OWL die Energiewende aus Bürgerhand umgesetzt werden kann.
In OWL gibt es bereits einige Energie-Genossenschaften. Nun gibt es eine weitere.

Wir sagen:

G L Ü C K W U N S C H !

Vorbilder gibt es im Großraum OWL bereits. So hat man sich die Umsetzung von Bürgersolar- und Windkraftanlagen in Hiddenhausen, Vlotho, Hameln, Leopoldshöhe und Rödinghausen angesehen – auch eine als GmbH geführte Gesellschaft mit Windkraftanlagen gibt es in der Region Vlotho / Barntrup. Einige Stadtwerke in der Region haben sich ebenfalls in der Windkraft engagiert. Aus den vielen Beispielen kann man lernen. Warum die selben Fehler machen…

Man hat sich explizit für das Modell der Genossenschaft entschieden, die von ihren Ursprüngen als spannende Selbstorganisation mit direkter demokratischer Teilhabe an der sozial-räumlichen Gestaltung bietet. Die Genossenschaft ist das transparentestes und demokratischste Gesellschaftsmodell für die Teilhabe der Bürger.

Mit dem Unglück in Fukushima und dem Wunsch nach einer Energiewende wurde eine Lawine in Deutschland los getreten! So ist es schön, dass sich immer mehr Bürger auf die Energiewende und die meist ehrenamtliche Arbeit einlassen – der erste Schritt zu einer Energiegenossenschaft in Herford ist gemacht!

Bei der Gründungsversammlung haben die Genossen aus Leopoldshöhe mit vielen Tipps und Informationen über Vor- und Nachteile einer Genossenschaft als Organisationsform unterstützt. Es gab zunächst auch die Überlegung den ein Beitritt in Leopoldshöher Genossenschaft zu wagen. Doch mag die Regionalisierung mehr Vorteile bieten.

Alternative Energien eignen sich hervorragend, um „kleinräumig“ produziert zu werden, sie schaffen Unabhängigkeit von anonymen Märkten und außerdem rechnen sich die Solaranlage, das Windrad, evtl. auch Wasserprojekte eben heute schon, wenn man die eigene Stromrechnung als Vergleich heranzieht.
Und sicherlich ist es angesichts der schwankenden, undurchsichtigen Finanzmärkte manchem Kleinsparer lieber, in überschaubare Anlagen vor Ort zu investieren – auch als Mieter -, wo man weiß, wozu das eigene Geld seinen Weg zur „Vermehrung“ nimmt! Darüber hinaus ist jedes Bürgerprojekt vor Ort zugleich ein Druckmittel, das sich als direkte Interessensvertretung mit einer politischen Vision aufbaut

„Atomausstieg und Klimaschutz selber machen“

Das ist die Antwort aus dem Anti-Atom-Bündnis Herford auf die Unzulänglichkeiten von Wirtschaft und Politik, unsere Lebensgrundlagen auf dem Planeten zu sichern und gegenüber der Macht der Energiekonzerne eine regionale Souveränität aufzubauen, sowohl was die Stromerzeugung als auch den Vertrieb und eine Netztechnik betrifft, die auf den Vorrang regionale Einspeisungssteuerung ausgerichtet werden muss.

Allen ist aber auch wichtig, sich regional in OWL zu vernetzen! So kann man sich über Probleme, Ideen und auch ggf. über einen gemeinsamen Einkauf und die Preisvorteile abzustimmen. Als „Wünschenswert“ wurde diskutiert, ob sich auch in und für Lippe eine Genossenschaft gründet. Wir werden sehen, wie sich dort die Aktivisten entscheiden werden…

In Herford hat man sich das alles sehr gut überlegt. So waren sich die Gründer und künftigen Genossen über Die Grundsätze schnell einig:

  • die Einlagen sollen kleinteilig sein, ca. 250-500 Euro
  • die Beteiligungsrechte sind an die Mitgliedschaft, nicht an die Höhe der Anteile gebunden
  • Renditeerwartungen stehen nicht im Mittelpunkt, aber sind nach heutigen Einspeisungsvergütungen mit etwa 2-5 Prozent gedacht
  • Gewinne sollen möglichst in neue Projekte investiert werden

Ein guter Vorschlag mit „Pfiff“ wurde begeistert angenommen:

Statt Geldeinlagen soll auch die Möglichkeit bestehen, sein Dach, seinen Acker, seinen Bach oder Berggipfel als Anteil einzubringen!

Ideen gibt es noch viele!

Interessant war auch zu beobachten, dass die Stadtwerke in der Diskussion als eine wichtige Säule in der Regionalisierung der Energieerzeugung gesehen werden.
Im Weitblick ist dies ein erster „Test“ in Richtung Re-Kommunalisierung. Es steht in den Gemeinden die in den nächsten Jahren an, zu prüfen, ob auslaufende Konzessionen der Stromnetze zurück in kommunale Hand zu übernehmen.

Hintergründe
Sowohl das Ausstiegsszenario aus der Kernenergie, wie auch die energiepolitische Förderpraxis der Bundesregierungen tragen die Handschrift der Interessen der großen Energiekonzerne und sind darauf ausgerichtet, sowohl ihre nationale Marktführerschaft und damit Preissetzungsmacht zu bedienen, wie auch im beidseitigen imperialen Interesse weltweit zu operieren. Dem entsprechend war und ist die Laufzeitverlängerung der AKW „berechnet“, um mit den Gewinnen von heute, nicht etwa die Kosten der Kerntechnologie für ihre Nachsorge in den nächsten Jahrhunderten abzusichern, sondern die großtechnologische Umgestaltung auf die erneuerbaren Energien zu stemmen und damit als Markt in der Hand zu behalten. Vorzugsweise staatlich gefördert, wogegen die Mittel bei der Solar– und Windenergie runter gefahren wurden. Der Bürger zahlt über versteckte Steuern und wird die energetische Erneuerung der Bausubstanz zu tragen haben – wenn es nicht eine sozial-ökologische Bewegung geben wird, die hier andere Akzente setzt mit Schwerpunkten der Regionalförderung für die alternativen Energien, sowie Plus- und Niedrigenergiesiedlungen und Gewerbeflächen und vieles mehr, was es noch zu entwickeln und auszuprobieren gilt.

Atomausstieg durchsetzen und Klimawandel stoppen, das verweist auf eine grundsätzliche Fragestellungen:

Wie viel Wachstum und welche Waren und Dienste brauchen wir für ein gutes Leben für Alle?
…und wie bezahlbar werden diese sein?
Wer entscheidet darüber und wie werden sie unter sozial-ökologischen Kriterien produziert?
Was muss sich dafür an unserer Produktionsweise und der Politik grundlegend ändern?

Unbequeme Fragen, die aber mit jeder „Krisenentwicklung“ aktueller werden und nach Lösungen drängen. Auch wenn diese Frage zunächst abwegig erscheint, ist sie auch für die Energieversorgung eine zentrale Frage. Also, es geht darum, wie transparent, frei und Bürgernah ist die Energieversorgung in der Region.


Anfragen können per eMail an die folgende Adresse geschickt werden:
info[at]energiegenossenschaft-herford.de

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