Biogas – ökologische Auswirkungen katastrophal

Der NABU präsentierte dieser Tage einen äußerst interessanten Hintergrundbericht zu Agrargasanlagen (Biogas) auf Basis eines Gutachten.

Immer mehr wird deutlich, dass Biogas nicht gleich Biogas ist.

Nun hat der NABU mit einem Gutachten festgestellt:

Kein Beitrag zum Klimaschutz, ökologische Auswirkungen katastrophal

Näheres findet Ihr auf der NABU-Seite der Gruppe Schleswig-Holstein.

Das Gutachten findet Ihr als PDF ebenso beim NABU.

Biogasanlagen arbeiten weder besonders energieeffizient, noch leisten sie einen positiven Beitrag zum Klimaschutz. Zudem gefährden sie durch den Maisanbau Boden, Grundwasser, Seen und Fließgewässer sowie die Biodiversität. Sie sind ohne wenn und aber umweltschädlich. Dies ist das Fazit einer umfangreichen, mit aktuellen Daten und Fakten unterlegten Recherche des NABU Schleswig-Holstein. Ausnahmen bilden nur Anlagen, die Rest- und Abfallstoffe verwerten sowie die Abwärme sinnvoll einsetzen – doch die gibt es hierzulande kaum.

In Schleswig-Holstein waren Ende 2010 etwa 420 Biogasanlagen mit einer durchschnittlichen Leistungsgröße von 500 kW in Betrieb, im Bau oder genehmigt. Als Gärsubstrat nutzen ungefähr 90 % weit überwiegend Mais als mit Abstand produktivste NawaRo-Pflanze, so dass Energiemais inzwischen auf rund 100.000 ha angebaut wird – eine Fläche so groß wie der gesamte Landkreis Plön.

Der NawaRo-Anbau ist energieintensiv, häufig wird der Mais über weite Strecken antransportiert und damit viel Treibstoff verbraucht, bei den wenigsten Anlagen erfolgt eine sinnvolle Abwärmenutzung. So ist der Energiegewinn nicht viel größer als der Energieverbrauch. Windkraft- und Photovoltaikanlagen arbeiten deutlich effizienter.

Schlechte Klimaschutzbilanz
Geradezu miserabel fällt die Klimaschutzbilanz aus, bei der nicht nur der aus dem hohen Energieeinsatz resultierende CO2-Ausstoß zu einzurechnen ist. Ist für den Maisanbau Grünland umgebrochen worden, wie dies vor allem auf der schleswigschen Geest, dem Konzentrationsbereich für Agrargasanlagen gang und gebe ist, wird beim Abbau der organischen Bodensubstanz so viel vom Treibhausgas CO2 freigesetzt, dass dies von den Anlagen selbst über Jahrzehnte nicht mehr wettzumachen ist. Agrargasanlagen, für die Mais auf ehemaligen Grünlandflächen angebaut wird, haben eine schlechtere Treibhausgasbilanz als moderne Gaskraftwerke zu verzeichnen. Aber auch für Anlagen, die auf den ersten Blick eine bessere Klimaschutzeffizienz aufweisen müssten, weil die Energiepflanzen im nahen Umfeld und auf Ackerboden angebaut werden, ergibt sich bei umfassender, globaler Betrachtung eine erheblich schlechtere Bilanz: Aufgrund der üppigen EEG- Subventionen verdrängen die Nachwachsenden Rohstoffe wie Energiemais vor allem große Kontingente des Futtermittelanbaus aus Deutschland – und zwar hauptsächlich nach Argentinien und Brasilien. So wird im Zuge des Biogasbooms in Südamerika verstärkt Soja für deutsche Viehbestände angebaut. Dafür werden dort riesige Grünländereien bis hin zu Waldland in Äcker umgewandelt, was zur Emission gewaltiger Kohlendioxidmengen aus dem Boden führt. Im Ergebnis können somit unsere Biogasanlagen zwar helfen, die deutsche Klimaschutzstatistik aufzupolieren. Dafür verschlechtern sie aber die Treibhausgasbilanzen anderer Länder enorm.

Maisanbau hat hohes Potential für Umweltbelastung
Unter allen Anbauformen besitzt der Maisanbau das größte Potenzial an Umweltbelastungen: Er belastet das Grundwasser durch Nitrateinträge. Im Winter und Frühjahr werden von den kahlen Maisäckern Nährstoffe in die Seen und Bäche abgeschwemmt, zumal Maisäcker in der Regel übermäßig vor allem mit Stickstoff versorgt werden. Zudem gefährden die Monokulturen durch Humusabbau die Bodenqualität. Nicht zuletzt führt der Biogasboom mit seinen Maisäckern zur weiteren Verarmung von Flora und Fauna der Agrarlandschaft. Der Nutzungsdruck ist so groß, dass bis unmittelbar an Knicks, Wege und Kleingewässer geackert wird – für die Natur bleibt da kein Platz. Infolge des Grünlandrückgangs ist selbst ein bislang so häufiger Vogel wie der Star seltener geworden. Die mancherorts um die Maisfelder angelegten Blühstreifen sind dagegen nur Kosmetik.

Nicht von ungefähr sehen mittlerweile die Fachbehörden des Natur- und Gewässerschutzes, so auch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, sowie Forschungsinstitute wie das die Bundesregierung in Agrarfragen beratende Johann Heinrich von Thünen-Institut die Entwicklung im Agrargassektor als problematisch an…

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