Atomenergie und Asien – Fukushima-Effekt?

Die „Schlacht“ um die Atomenergie wird in Asien entschieden

Leider erfahren wir nicht so viel, wie die Atomfrage in Asien diskutiert wird. Wir wissen nichts, wie und ob die Menschen dort von der Havarie im Atomkraftwerkskomplex in Fukushima etwas erfahren haben.

In Asien herrscht in der Masse Zensur und freie Meinung und freie Medien sind eher selten. So wurden die Menschen dort nicht über die Risiken der Atomkraft aufgeklärt. Wobei selbst wir in Europa im Durchschnitt der Bevölkerung wenig über die Risiken wissen, geschweige denn aufgeklärt wurden.

Unterschwellig bricht aber auch in China ein Streit um die Atomenergie aus. Die Führung in China wie auch die Wirtschaft wollen weiterhin auf die Atomenergie setzen.

Ist Fukushima jetzt der von der Anti-Atom-Bewegung oft gewünschte Funke, damit die Atomkraft als Domino-Effekt weltweit zum Auslaufmodell wird?
Gibt es ab 2011 den „Fukushima-Effekt“? Ob in China, Japan oder Indien? Ob in Europa, Russland oder USA? Es ist festzuhalten, die Menschen wissen nun Bescheid. Sie haben erkannt, welche Gefahren ihnen mit der Atomkraft drohen.
Was sie mit ihrem neuen Wissen machen, und ob sie damit den Druck erhöhen, wird sich zeigen. In Japan ist die kleine Anti-Atom-Gemeinschaft von wenigen auf Tausende angewachsen, die einen unglaublichen Druck ausüben.
So wie Tschernobyl einst Europa verändert hat, könnte der Funkte in Asien überspringen. Nach Tschernobyl ist das der zweite weltweit beachtet Unglücksfall. Fukushima ist zudem passend zum 25. Jahrestag von Tschernobyl passiert. Dies hat die Wucht und die Panik massiv verstärkt. Die Menschen haben nun auf zwei Unglücke innerhalb von nur 25 Jahren schauen können. Mit Tschernobyl kann man feststellen, was ein Super-GAU in 25 Jahren an Grauen, Leid, Krankheit und Tod hinterlässt.

Traurig stimmt es einen als Bürger in Europa, dass die Politik und Wirtschaft mit ihrer Atomlobby nicht brechen kann und in vielen Ländern der Ausstieg trotz diese Katastrophen, und den vielen kleinen Unglücken und bekannten Risiken, so beschwerlich ist und viele weitere Jahre diese Hochrisikotechnologie betrieben wird. Jeder (!) der Entscheider weiß sehr genau, dass Tschernobyl, Harrisburg oder Fukushima ebenso in Europa mit der höchsten AKW-Dichte und auch der höchsten Dichte an Menschen passieren kann. Dies ist nicht nur fahrlässig, sondern in den Augen vieler ein Verbrechen…

Es gibt einen tollen Artikel zu der Betrachtung in Asien in der Zeit:
http://www.zeit.de/2011/28/Atom-Asien

Hier ein Auszug, der einen Vorgeschmack bietet:

Die Medien, wie wohl von der Partei zensiert, verbergen diese Sorgen nicht. Jiang ärgert das. »Chinas Medien machen ihre Sache schlecht. Sie gehen mit Fukushima viel zu emotional um«, sagt er. Doch er ist keiner, der um mehr Zensur bitten würde. Stattdessen geht Jiang nun regelmäßig in Fernsehsendungen und erklärt den Chinesen, dass in ihren Kohleminen jährlich viel mehr Menschen sterben, als jemals durch die Atomkraft getötet wurden. »Lasst unsere Öffentlichkeit eine richtige Debatte führen, welche Energie für China die richtige ist«, fordert Jiang. Aber kann China das? Hat die KP je eine große Debatte zugelassen?

Andererseits kann die Atomkraft für Peking gerade dann zur Gefahr werden, wenn nicht diskutiert wird. Schon bei Chemiefabriken gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche Proteste gegen Umweltvergiftungen.
Ein Atomunfall in China könnte leicht zu großen Demonstrationen führen, ähnlich jenen, die im Tiananmen-Massaker mündeten. Das will die KP China unbedingt verhindern.

Eine Reihe von Maßnahmen hat Peking deshalb bereits ergriffen. Erst einmal gibt es ein Moratorium für alle neuen AKW-Pläne.
Sicherheitsmaßnahmen sollen verstärkt werden, auch der Schutz vor Tsunamis. Grundsätzlich sollen pro Standort nur noch vier Reaktoren gebaut werden ? als Lehre aus Fukushima, wo Dichte und Anzahl der Reaktoren die Lage noch verschlimmert haben. All diese Maßnahmen belegen, wie mulmig der Parteiführung angesichts der Katastrophe in Japan gewesen sein muss. Aber ob die KP damit eine Milliarde Chinesen, denen nach Fukushima zum ersten Mal die Atomgefahr bewusst wurde, beruhigen kann?

Der junge Fischer Xu in Lianyungang hatte zunächst gesagt, er wisse nichts von Fukushima. Nachdem er Vertrauen gewonnen hat, gibt er zu:
»Meine Herren, natürlich habe ich Angst. Bei uns gibt es Riesenstürme.«

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