IHK Umfrage im Kreis Lippe

Anfang Juni hat die IHK Lippe auf das Unglück in Fukushima und die aufkeimende Energiewende reagiert. Die IHK vertritt hauptsächlich das Anzahl nach Einzelunternehmer, dazu den Mittelstand und wenige größere Unternehmen.

Nun hat eben die IHK das Thema Energiewende zum Anlass einer Befragung der Mitglieder genommen.
Diese Umfrage war nicht objektiv, sondern hatte in den Fragen und Antworten deutliche Tendenzen „Pro-Atom“. Dies hat einige Teilnehmer verärgert. So ist die Umfrage auch nicht auf die Themen der Energiewende und deren Vorteil eingegangen. In Kassel wurde eine IHK wegen mangelnder Neutralität in Sachen Pro-Atom-Werbung verurteilt.

Eine eMail von der IHK am 06.06.2011 von Frau Narhofer mit dem Betreff
„Umfrage der IHK Lippe: Wie stehen Sie zur Nutzung der Kernenergie?“ hatte die IHK Mitglieder erreicht:

[…]
Ihre Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold möchte von Ihnen wissen, wie Ihr Unternehmen zur Nutzung der Kernenergie und zur geplanten „Energiewende“ steht. Das gesicherte Meinungsbild der Wirtschaft hilft uns bei der Positionierung gegenüber dem Bund und innerhalb der IHK-Organisation.

Wir würden uns freuen, wenn Sie sich fünf Minuten Zeit nehmen und unsere Fragen bis spätestens 13. Juni 2011 beantworten. Dazu nutzen Sie bitte folgenden Link: https://www.surveymonkey.com/s/Kernenergie_IHK_Lippe
[…]

Es war absehbar, was die IHK daraus macht.
Hier die Infos und die Pressemeldung der IHK im Internet.

Nun hat die LZ als regionale Zeitung dies von der IHK aufgegriffen und titelte am 18.6.2011 „Lippische Industrie lehnt frühen Atomausstieg ab“.

Hier der Artikel im Internet.

Andreas Rohrmann hat das zum Anlass genommen und hat einen Leserbrief an die Redaktion der LZ verfasst:

Die Industrie- und Handelskammer Lippe hat ihre Mitgliedsunternehmen zum Atomausstieg befragt. Das Ergebnis, auch auf der Website der IHK grafisch dokumentiert: Von 391 Unternehmen votieren 71% für einen Ausstieg bis 2022 oder gar noch früher (letzteres immerhin knapp 40%).

Ein eindeutiges Votum, möchte man meinen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass beim produzierenden und verarbeitenden Gewerbe (49 Antworten) überhaupt eine Mehrheit gegen 2022 zustande kam.

Höchst erstaunt liest man dann einen Artikel in der LZ mit dem Titel:
„Mehrheit der Unternehmen ist für Atomausstieg 2036“.
Aber auch die IHK begibt sich auf dünnes Eis und titelt: „Lippische Industrieunternehmen sehen früheren Atomausstieg kritisch“.

Wie verlogen wird hier hantiert und Tatsachen verdreht, um einer Lobby Raum zu bieten, die nach Tschernobyl, Fukushima und der Asse und dem anstehenden Atomausstieg ein jähes Ende finden sollte.

Ganz offensichtlich sollen hier unbequeme Wahrheiten beschönigt werden.
Auch die lippischen Unternehmen sind weiter, als mancher Anhänger der Atomindustrie glauben machen möchte. Der IHK wäre zu wünschen, dass sie dem Wunsch ihrer eigenen Mitglieder entsprechend künftig eine
aufgeschlossenere Haltung zur Energiewende und zum Ausbau der Erneuerbaren Energien einnehmen würde. Darin liegt auch die Zukunft der Bürger aber vor allem auch der lippischen Wirtschaft, die rund 30 km Luftlinie von einem Atomkraftwerk liegt, welches noch mehr als 10 Jahre ein erhebliches Risiko für die Region darstellt, denn es ist baugleich mit den Reaktorruninen in Fukushima 1.

Schade, ich darf als gesetzlich gestgeschriebenes Pflichtmitglied so einer Kammer, die mich nicht vertritt, nicht den Rücken kehren. Der LZ schon, was ich für eine eigentlich „unabhängige“ Zeitung traurig fände.

Die rund 80 IHK in Deutschland sind in der weitläufigen Wahrnehmung eine „Lobby“ für die größeren Unternehmen und bereitet dem Mittelstand einen Weg z.B. in den Export/Import mit vielen Informationen, Reisen und personeller Unterstützung. Ganz nebenbei ist sie für einige Ausbildungsthemen verantwortlich.
Aus dieser Verantwortlichkeit leitet sich eine Zwangsmitgliedschaft ab, die von vielen Unternehmern abgelehnt wird, da die IHK eben nicht als legitime Vertreterung anerkannt wird und klagen regelmäßig gegen diese verpflichtende Mitgliedschaft. In Summe ist die IHK aber auch eine wichtige Institution, die mit dem Geld der Mitgliedsbeiträge viele wertvolle Angebote macht: http://www.detmold.ihk.de

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