Widerstand gegen das Deutsche Atomforum

Widerstandscamp gegen das Deutsche Atomforum, Alexanderplatz Berlin 2011

Unter dem Motto „ATOMLOBBY ABSCHALTEN“ haben verschiedene Anti-Atom-Aktivisten Proteste gegen das Atomforum im Mai in Berlin organisiert. Es wurde dazu ein kleiner Film ins Netz gestellt:

Die nukleare Katastrophe in Fukushima weitet sich immer noch aus. Trotzdem trifft sich in Berlin vom 16. bis 19. Mai 2011 die deutsche und europäische Atomwirtschaft mit ihren politischen Verbündeten zur Jahrestagung des Deutschen Atomforums. Hier sucht die Atomlobby nach Strategien, wie sie trotz Super-GAU ihre Milliardengewinne durch den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke gegen den Willen der Bevölkerung sichern kann.

Nach den tragischen Ereignissen in Japan ist in Deutschland die Auseinandersetzung um die zukünftige Energieversorgung neu entfacht. Die Unbeherrschbarkeit der Atomtechnologie hat sich hier nach Harrisburg und Tschernobyl nun zum dritten Mal gezeigt. Eine Energiepolitik, die auf Atomkraft setzt, ist menschenverachtend!

Die Bundesregierung hat sieben Atommeiler seit einigen Wochen vom Netz genommen. Aber spätestens seit Wirtschaftsminister Brüderle erklärt hat, dass die Meiler nur vorübergehend aus Wahlkampfgründen abgeschaltet wurden, ist klar, dass wir uns darauf nicht verlassen können. Es geht uns um den kompletten Ausstieg aus der Nukleartechnologie. Alle 17 deutschen Reaktoren müssen endgültig vom Netz!

Die vier großen Energiekonzerne fordern das Festhalten an der Atomenergie — ganz so, als wäre nichts passiert. Die Konzerne verweigern die Zahlungen in den Ökofonds zum Ausbau der erneuerbaren Energien, und RWE hat schon Klage gegen das AKW-Moratorium eingereicht. Die Energiekonzerne folgen einer Profitlogik, in der die Lebensinteressen der Bevölkerung keine Rolle spielen.

Doch die Versuche, die Menschen zu beruhigen und den Weiterbetrieb der Meiler für eine möglichst lange Zeit zu sichern, werden keinen Erfolg haben. Seit Wochen gehen bundesweit hunderttausende Demonstrantinnen und Demonstranten auf die Straße. Wir werden uns mit Scheinlösungen nicht zufrieden geben. Die Atomlobby muss zurückstecken!

Die Energieversorgung soll im Interesse der Menschen erfolgen. Der Ausstieg aus der Atomenergie ist notwendig und möglich. An die Stelle der zentralisierten Großtechnologie müssen regionale Strukturen treten. Wir fordern eine Entmachtung und Vergesellschaftung der Energiekonzerne! Wir treten ein für eine bedürfnisorientierte, dezentrale Energieversorgung ohne Kohle und Atomkraft!

Jetzt ist die Zeit unsere Forderungen durchzusetzen. Wir werden in den nächsten Monaten massenhaft und unüberhörbar unseren Protest ausdrücken. Unser Widerstand wird so lange weitergehen, bis das letzte AKW vom Netz ist und bis die Bevölkerung die Energiepolitik selbst bestimmt.

Für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen!

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Eine Antwort zu Widerstand gegen das Deutsche Atomforum

  1. rhein main schreibt:

    Endlich mal eine gute Entscheidung der Bundesregierung, wenn diese auch durchgesetzt wird. Die FDP scheint allerdings wieder dabei zu sein, sich selbst abzuschaffen. Die soll sich zu einem konkreten Datum äussern, damit sie sich aus dem Tal bewegt. Raus bis spätestens 2021: Die Ethikkommission plädiert auch im neuen Entwurf ihres Abschlussberichts für einen Atomausstieg innerhalb von zehn Jahren oder weniger. In der Koalition droht ein schwerer Konflikt, die FDP sperrt sich inzwischen vehement gegen ein konkretes Datum.

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