Katastrophenplan Grohnde?

Grohnde ist von Lemgo rund 30 km entfernt. Dies entspricht der Todeszone wie in Tschernobyl oder aktuell in Fukushima.

In einer 40 km-Zone zählen damit die Orte

  • Bad Pyrmont – 20.000
  • Großraum Extertal, Kalletal, Barntrup – 32.000
  • Blomberg – 16.000
  • Großraum Hess. Oldendorf, Hameln – 58.000
  • Dörentrup, Lemgo – 44.000
  • Stadtoldendorf, Holzminden – 20.000
  • Alfeld, Schieder Schwalenberg, Höxter – 37.000
  • Steinheim – 33.000
  • …weitere Orte


Bei der Erfassung aller dieser Kommunen dürften rund 300.000 direkt betroffene Bürger sein!

In dieser Zone müssten die Menschen in 30 bis 60 Minuten evakuiert werden. Es steht die Frage im Raum, wie diese logistische Leistung ermöglicht wird. Auch ist die Frage interessant und wichtig, wie schnell würde so ein GAU-Zwischenfall von E.ON und dem AKW Grohnde an die zuständigen Behörden, den Katastrophenschutz, die Kommunen und die Kreise gemeldet. Ist die notwendige kurze Zeit mit der komplett notwendigen logistischen Meisterleistung eingeplant?

Um Fukushima hat die Umweltorganisation Greenpeace auch in 60 km Entfernung noch massive Strahlung messen können. 60 km wäre dann so in Richtung Bielefeld. In Niedersachen würden wir von Hannover, Braunschweig und Göttingen sprechen. Welche Menschenmassen sind dann zu evakuieren – unfassbar!
Hier zeigt sich, dass Deutschland viel viel dichter bevölkert ist. Und wenn wir dann erkennen, in welcher Dichte wir in Europa mit Kernkraftwerken durch setzen ist, kommt Panik auf…

Wie sieht die Katastrophenplanung für einen atomaren Zwischenfall von Grohnde für Lemgo aus?
Der BUND in Lemgo hat daher eine Anfrage an die Stadtverwaltung Lemgo gestellt.
Dies ist die Antwort:

> sollte sich im AKW Grohnde ein Störfall zu einer hoffentlich nie eintretenden
> Nuklearkatastrophe entwickeln, so wäre für einen solchen überregionalen
> Katastrophenfall nicht mehr die Ordnungsbehörde der Alten Hansestadt Lemgo,
> sondern mindestens der Kreis Lippe und andere betroffene Kreise, wenn nicht
> gar wegen der Ausdehnung die Bezirksregierung zuständig.
>
> Soweit mir bekannt ist, existeirt für einen von Ihnen angedachten Unfall beim
> Kreis Lippe ein Katastrophenplan.
> Am 27.03.2011 gab es dazu eine umfangreiche Presseinformation:
> http://www.lz.de/lokales/kreis_lippe/4336658_Lippischer_Katastrophenschutz_auf_Folgen_eines_Atomunfalls_vorbereitet.html
>
> Ich hoffe Ihnen mit den Informationen gedient zu haben und wünsche Ihnen einen
> guten Tag.
>
> Josef Fischer-Bernard
>
> Alte Hansestadt Lemgo
> Verwaltung und Bürgerservice

So eine Rückmeldung macht wirklich keinen Mut. Zeigt es nicht vielmehr, wie hilflos und ohnmächtig wir in Deutschland wären?
Wie sicher sind wir?
Haben sich die Aufsichtsbehörden und die verantwortlichen Stellen jemals ernsthafte Gedanken gemacht?

Eine vergleichbare Anfrage bei den zuständigen Stellen in Hannover hat im Übrigen eine vergleichbare Antwort hervorgebracht. Dort hat die Feuerwehr zur Kenntnis gegeben, dass man ca. 10.000 Menschen innerhalb von ca. einer Woche in Räumlichkeiten unterbringen könnte. Man bedenke, dass wir aber von 300.000 Menschen in dem Evakuierungsraum sprechen. Im Nahraum von Grohnde ist als einzige Vorsorge die Verteilung von Jod-Tablette vorgesehen…

Uns würde ebenso die Frage interessieren:
Wann wurde zum ersten und zum letzten mal der Katastrophenfall eines atomaren Zwischenfalls in Grohnde geübt?

Es gibt ein Buch, welches so einen Vorfall aufarbeitet „Die Wolke„. Dies Buch sollten wir uns alle kaufen und nachlesen, wie es abläuft. Mit dem Wissen sollten wir, jeder einzelne auf die Behörden zu gehen und nachfragen.
Solange es kein schlüssiges Konzept zur Risikovorsorge und zum Katastrophenschutz gibt, ist der Weiterbetrieb von Grohnde unzumutbar und absolut inakzeptabel!
Seit dem 02.05. ist das AKW Grohnde vom Netz. Es ist für 4 Wochen in Revision, die einen zweistelligen Millionenbetrag kostet. Was könnten wir mit diesem Geld investiert in erneuerbare Energiequellen für die Zukunft leisten!
Warum leisten wir uns eine so teure und gefährliche Technologie, die wir Menschen nicht beherrschen können.

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