Der ‚Bikingbus‘ nach Grohnde

So ein Bikingbus (Fahrrad-Treck) ist schon ein tolles Ding! Er verbraucht immer genau so viel Energie, wie zum Transport der Mitreisenden nötig ist und das tollste: Die eingesetzte Energie regeneriert sich ganz von selbst!

Na, so ein tolles Ding muss doch einen Haken haben!?
Hat er auch, denn der Akku muss gut gepflegt werden und der Akku bist Du selbst!

Hier ein Bericht von Jörg, der den Fahrrad-Treck von Lemgo nach Hameln organisiert hat:

Es ist 6.00 Uhr am 25.04.2011, ich bin schon seit mindestens einer Stunde wach, denn ich bin ganz schön aufgeregt! Es ist das erste mal, dass ich einen Fahrradtreck organisiere und es hat sich einfach niemand angemeldet, dabei soll es in einer Stunde schon losgehen.
Ich packe noch die nötigsten Sachen, schnappe mir den Helm und die Ordnerweste und fahre schon mal los. Mein Rad habe ich gestern noch geputzt und mit einer großen Anti-Atom-Fahne geschmückt, die darf nicht fehlen!

Auf meinem Weg durch die Stadt holt mich plötzlich ein Rennradfahrer ein, begrüßt mich fast überschwänglich und bekundet, dass er mitfahren möchte. Ich taufe ihn den Kilometerkönig und bin voller Bewunderung, denn er ist bereits seit 3.00 Uhr in der Nacht unterwegs und kommt aus Wiedenbrück!

Am Regenstorplatz in Lemgo machen wir uns mit 9 Leuten auf den Weg und fahren über Dörentrup und Barntrup nach Grießem, wo wir eigentlich von einer Eskorte der Polizei empfangen werden sollen, die aber nicht kommt! Schön, dass auch bei anderen mal was nicht reibungslos funktioniert, wir lassen uns nicht entmutigen. Als dann plötzlich Ulf (der Bio Bauer gegen Atomkraft, wie ihn das WDR titelt) und einige Andere mit Treckern die Straße entlang kommen, steigt die Stimmung sofort. Ein tolles Bild!

Wir fahren weiter nach Hameln, wo sich uns ein großartiger Anblick bietet:
Auf dem Tönebönplatz sind bereits etwa 500 Fahrradfahrer versammelt, vom klapprigen Drahtesel bis zum Hightech-Liegebike ist alles dabei! Nach kurzer Ansprache und einer Schweigeminute machen wir uns mit all diesen lieben und entschlossenen Menschen auf den Weg zum AKW Grohnde. Die Stimmung ist ganz friedlich und die Botschaft, die wir transportieren, durchdringt förmlich jeden Einzelnen in unserem Treck: Mit Muskelkraft gegen Atomkraft!

Wir setzen der Bedrohung unser ureigene Energie entgegen! Leute, das ist überwältigend! Ich habe mich selten in einer so großen Gruppe so autonom und gleichzeitig mit allen verbunden gefühlt!

Beim nächsten Treck werden wir vielleicht 1000 oder mehr!

Ich freu mich schon auf euch!

Jörg Olsson

Fotos: tom31785

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